Die düsteren Geschichten vergangener Zeiten faszinieren auch noch in der heutigen Gesellschaft, in der True Crime zu einem beliebten Genre avancierte. Ein besonders schauriges Kapitel dieser Geschichte ist der Fall der Martha Rendell, einem berüchtigten Namen, der noch immer in den Gassen von Westaustralien widerhallt. Im frühen 20. Jahrhundert wurde sie als letzte Frau in dieser Region gehängt, ein erschütternder Fall von Schrecken und Misstrauen, der die Öffentlichkeit in Aufruhr versetzte. Martha Rendell wurde am 10. August 1871 in Adelaide geboren, die bereits mit 16 Jahren ihr Elternhaus verließ und danach diverse Affären hatte. Sie gebar drei uneheliche Kinder, die sie jedoch zurückließ, um nach Perth zu ziehen, wo Thomas Nicholls Morris lebte. Dieser war ihre große Liebe. Doch die Beziehung der beiden hatte einen Haken, da Thomas bereits verheiratet war und eine Schar voll Kinder hatte, weshalb sie zunächst als dessen Hausangestellte arbeitete. Schließlich ging die Ehe der Morris in die Brüche und der Weg war frei für Martha. In dieser neuen Konstellation übernahm Martha Rendell die Rolle der Stiefmutter für Morris‘ Kinder, vier an der Zahl, welche gezwungen wurden, sie „Mutter“ zu nennen. Über die Jahre entwickelte sich die Beziehung zwischen Martha und den Kindern in eine dunkle Richtung. Die Brutalität, die Martha an den Tag legte, war schockierend. So schlug sie die älteste Tochter Annie, so heftig, dass diese nicht mehr gehen konnte. Inspector Harry Mann, der den Fall später untersuchte, äußerte, dass Martha Rendell eine perverse Freude daran gehabt hätte, das Leid ihrer Opfer zu betrachten. Der Schrecken begann mit dem Tod der neunjährigen Annie am 28. Juli 1907. Die offizielle Todesursache lautete nach Dr. Cuthbert Diphtherie. Doch Verdachtsmomente keimten auf, als Marthas zweites Opfer, die siebenjährige Olive, kurze Zeit später am 6. Oktober 1907 auf ähnliche Art und Weise starb. Doch Dr. Cuthbert stellte wieder eine Bescheinigung der Todesursache durch Diphtherie aus. Erst als ein Jahr später am 6. Oktober 1908 der 14 Jahre Arthur unter mysteriösen Umständen das Zeitliche segnete, hegte Dr. Cuthbert Zweifel an einer natürlichen Todesursache. Doch die ganze Wahrheit kam erst ans Licht, als der 15 Jahre alte George Morris aus seinem Elternhaus geflohen war, nachdem ihm Martha seine Mandeln mit angeblicher Medizin bestrichen hatte. Zuvor hatte er nach einer Tasse Tee von Martha heftige Halsschmerzen verspürt. Er glaubte, dass Martha versucht hatte, ihn zu vergiften. Diesen Verdacht äußerte er gegenüber seiner leiblichen Mutter, mit der er nach vielen Jahren erstmals wieder in Kontakt trat. Zwar wohnte diese nur einige Straßen von ihnen entfernt, doch seit der Trennung hatten die Kinder keinen Kontakt mehr zu ihrer leiblichen Mutter pflegen dürfen. Er erzählte seiner Mutter, dass er glaubte, dass Martha seine drei Geschwister getötet hatte und nun auch ihn versucht hatte, ums Eck zu bringen. Daraufhin informierte Georges Mutter sofort die Polizei. Martha Rendell bestritt allerdings bis zuletzt ihre Beteiligung an den Taten und bestand darauf, die Kinder gegen Diphtherie behandelt zu haben. So hatte sie nachdem die Kinder über Halsschmerzen geklagt hatten, ihnen ihre Kehlen mit Medizin eingerieben. Diese angebliche Medizin war jedoch eine Salzlösung. Dadurch entzündete sich der Rachen so stark, dass das Kind so große Schmerzen bekam, dass es nichts mehr essen konnte und letztendlich verhungerte. Ein qualvoller und vor allem langsamer Tod. Inspektor Harry Mann führte eine umfassende Untersuchung durch, die schließlich zur Exhumierung der Kinderleichen führte. Hierbei fanden die Behörden verdünnte Spuren von Salzsäure an den Kehlen der Opfer – ein vernichtender Beweis gegen Martha Rendell. Der Prozess gegen Martha Rendell und Thomas Morris begann im September 1909. Die Anklage wegen vorsätzlichen Mordes löste bei der Bevölkerung eine Welle der Empörung aus. Die Presse stilisierte Rendell zur „scharlachroten Frau“ und „bösen Stiefmutter“, was das öffentliche Bild von ihr endgültig prägte. Trotz ihrer Versuche, ihre Unschuld zu beteuern, wurde sie von der Jury für schuldig befunden und zum Tode verurteilt. Thomas Morris hingegen wurde freigesprochen, da man ihm nicht nachweisen konnte, dass er von Martha Rendells grausamen Machenschaften wusste. Am 6. Oktober 1909 wurde Martha Rendell vor den Augen von 25 Zeugen im Fremantle-Gefängnis um 8.00 Uhr morgens hingerichtet – das größte Publikum, das jemals eine Hinrichtung in dieser Anstalt beobachtete. Die immense Aufmerksamkeit, die ihrem Prozess und ihrer Hinrichtung zuteil wurde, ist ein Zeugnis der Faszination und gleichzeitig des Schauderns, das dieses Verbrechen erzeugte. Seit ihrer Hinrichtung ranken sich zahlreiche Legenden um Martha Rendell. Besonders berüchtigt ist die Illusion eines Gesichts, das auf einem der Gefängnisfenster erscheint, wenn man von außen hereinschaut. Diese Erscheinung, ein klassischer Fall von Pareidolie, wird oft als das Gesicht Rendells interpretiert, das über das Gefängnis wacht – eine gespenstische Erinnerung an das Unheil, das sie einst verbreitete. Der Fall von Martha Rendell bleibt einer der markantesten und verstörendsten Fälle in der Geschichte Australiens. Er verkörpert das Zusammenspiel von Grausamkeit, Naivität und Rechtssystem in einer Zeit, die weit entfernt scheint und dennoch so relevant bleibt. In einer Ära, in der True Crime Geschichten unsere Bildschirme und Bücherregale füllen, erinnert uns ihre Geschichte daran, dass das Böse manchmal näher ist, als wir denken mögen – verborgen hinter der Fassade normaler Menschen. Der Fall Martha Rendell bleibt ein düsteres Kapitel der australischen Geschichte, das zeigt, wie gefährlich falsches Vertrauen und Ignoranz sein können. Es ist eine Mahnung an folgende Generationen, stets wachsam zu bleiben und die dunklen Schatten der Vergangenheit niemals zu unterschätzen.
Die böse Stiefmutter Martha Rendell: Eine der kaltblütigsten Verbrecherinnen in der australischen Geschichte
VonIsabella Mueller
Jan. 21, 2026
Von Isabella Mueller
Mein Name ist Isabella Mueller, und ich lade euch ein, die kreativen Universen zu erkunden, die ich durch meine Blogs erschaffe. Seit 2020 widme ich meine Leidenschaft dem Erzählen fesselnder Geschichten, die mysteriös, historisch und emotional sind. Es ist mein Ziel, nicht nur zu unterhalten, sondern auch zum Nachdenken anzuregen und den Entdeckergeist in jedem von uns zu wecken. Auf isabellas.blog kombiniert sich die Spannung von Kriminalgeschichten mit aufregenden Reisetipps. Stellt euch vor, ihr wandert durch malerische Straßen einer neuen Stadt und ergründet dabei dunkle Geheimnisse, die in den Schatten ihrer Geschichte verborgen liegen. Jedes Stück auf meinem Blog ist so konzipiert, dass es das Herz eines jeden Krimi-Fans höherschlagen lässt und gleichzeitig die Neugier auf unbekannte Orte weckt. Hier seid ihr eingeladen, den Nervenkitzel des Unbekannten und die Schönheit unserer Welt zu erleben – eine perfekte Kombination für alle Abenteuerlustigen! In meinem zweiten Blog, akteq.com, dreht sich alles um wahre, ungelöste Kriminalgeschichten. Unter dem Motto „akteQ: Cold Case Stories“ enthülle ich die unheimlichen und oft tragischen Geschichten hinter ungelösten Fällen. Gemeinsam können wir die Rätsel der Vergangenheit erforschen und tief in die menschliche Psyche eintauchen. Was geschah wirklich? Wer waren die Menschen hinter diesen mysteriösen Ereignissen? In diesem Blog lade ich euch ein, Fragen zu stellen und die Antworten zu finden, die oft im Dunkeln liegen. Ein weiteres spannendes Kapitel meiner Bloggerlaufbahn findet ihr auf thecastles.org. Hier beginne ich eine zauberhafte Reise durch die Geschichte der Burgen und Schlösser. Haltet inne, während ihr die Geschichten entdeckt, die in den Mauern dieser alten Gemäuer verborgen sind. „Explore the enchantment, discover the history – your journey begins at thecastles.org!“ Diese Worte sind mehr als nur ein Slogan; sie sind eine Einladung an alle, die Geschichte und Magie miteinander verbinden möchten. Lasst euch von den beeindruckenden Erzählungen und der Faszination vergangener Epochen inspirieren! Aber das ist noch lange nicht alles! Auf kripo.org erwartet euch ein umfassendes Onlinemagazin für echte Kriminalfälle. Taucht ein in die Welt des Verbrechens, erfahrt von den realen Geschichten hinter den Schlagzeilen und den Menschen, die sich mit der Aufklärung beschäftigen. Mit criminal.energy entführe ich euch in die packenden Erzählungen wahrer Verbrechen, in denen Bösewichte gejagt, gefasst und verurteilt werden. Die Suche nach Gerechtigkeit und die Konfrontation mit dem Unbekannten stehen im Mittelpunkt. Und für all jene, die die Welt bereisen wollen, bietet wanderlust.plus die Möglichkeit, die Welt, ein Abenteuer nach dem anderen, zu erkunden. Hier geht es um die Liebe zur Erkundung und die Freude, neue Kulturen und Landschaften zu entdecken. Lasst uns gemeinsam die Geschichten entdecken, die die Welt um uns herum prägen. Ich freue mich darauf, euch auf dieser aufregenden Reise zu begleiten und hoffe, dass ihr viele unvergessliche Momente mit mir teilen werdet!
