Einer der bestialischsten Serienmörder in der Geschichte Kanadas ist zweifelsohne Robert Pickton. Dieser war Betreiber einer Schweinefarm in Port Coquitlam, der seine Opfer meist Prostituierte tötete, mit einem Häcksler zerkleinerte, dann entweder an seine Schweine verfütterte oder in seinen Schweinefleischprodukten verwurstete. Die brutale Mordserie begann als zwischen 1978 bis 2001 im Herzen von Vancouvers Downtown Eastside mindestens 65 Frauen spurlos verschwanden. Nach jahrelangen Ermittlungen konnte schließlich Robert Pickton des Mordes an 26 dieser Frauen angeklagt werden. Er gilt als Kanadas brutalster Serienmörder, der letztlich wegen sechs Morden verurteilt und zu lebenslanger Haft ohne Möglichkeit auf Bewährung verurteilt wurde. In einem Gespräch mit einem verdeckten Ermittler im Gefängnis prahlte Pickton damit, insgesamt 49 Frauen getötet zu haben. Diese grausamen Verbrechen führten zur größten Serienmörder-Untersuchung in der Geschichte Kanadas und machten die Pickton-Farm zum größten Tatort des Landes. Der Fall brachte die Thematik der vermissten und ermordeten indigenen Frauen und Mädchen in Kanada ins öffentliche Bewusstsein. Eine Untersuchung der Provinzregierung kam 2012 zu dem Schluss, dass „offensichtliche Versäumnisse“ der Polizei – einschließlich schlampiger kriminalistischer Arbeit und Vorurteile gegenüber Sexarbeiterinnen und indigenen Frauen – zu einer „Tragödie von epischem Ausmaß“ geführt hätten. Doch wer war dieser grausame Serienmörder? Robert William “Willie” Pickton wurde am 24. Oktober 1949 in Port Coquitlam als Sohn und Leonard und Louise Pickton geboren. Er war das zweite von drei Kindern. Seine Schwester Linda hatte 1948 das Licht der Welt erblickt und sein Bruder David 1950. Er wuchs auf einer familiengeführten Schweinefarm in Port Coquitlam auf. Während sein Vater sich um die Farm kümmerte, war Picktons Mutter Linda für den Haushalt zuständig, die mit der Erziehung der drei Kinder völlig überfordert war. Pickton galt in der Schule als Außenseiter, der nach dem Tod des Vater und der Mutter die Leitung des elterlichen Bauernhofes übernahm. Pickton und seine Geschwister verkauften den Großteil des Grundstücks für die städtische Entwicklung und verkleinerten die Farm auf 6,5 Hektar. Pickton führte eine kleine Viehwirtschaft weiter und beteiligte sich an diversen Immobiliengeschäften. Zudem war er gemeinsam mit seinem Bruder David Partner in einer Schrottfirma. Pickton galt als sozial unbeholfen und zeigte häufig seltsames Verhalten. Er lebte allein in einem Wohnwagen auf der Farm. Seine sexuellen Bedürfnisse befriedigte er mit Prostituierten. Diese gabelte er bei seinen Touren zu der Tierkörperverwertungsanlage auf, um Tierabfälle zu entsorgen. Er kam dabei häufig am Low Track vorbei, einem Viertel, in dem Prostituierte ihre Dienste anboten. Genau zu dieser Zeit als Pickton Prostituierte im Downtown Eastside aufsuchte, begann das mysteriöse Verschwinden dieser Frauen. Im Jahr 1996 gründeten die Pickton-Brüder die Piggy’s Palace Good Times Society. Diese war als wohltätige Organisation registriert und sollte angeblich Gelder für gemeinnützige Zwecke durch Veranstaltungen wie Tanzpartys und Shows sammeln. Nachbarn beschwerten sich über Ausschweifungen, Drogenkonsum, Alkoholexzesse und Lärmbelästigung. Die Partys wurden von bis zu 1.700 Menschen besucht, darunter Biker und Sexarbeiterinnen aus der Downtown Eastside, das bekannt ist für seine hohe Armutsrate, die Obdachlosigkeit, den offenen Drogenkonsum und die Prostitution. Im Jahr 2000 schloss die Stadt Port Coquitlam Piggy’s Palace. Erstmals in Verbindung gebracht mit dem Verschwinden der Prostituierten der Downtown Eastside wurde Pickton im März 1997. Am 22. März 1997 wehrte sich eine Frau, die Pickton zu seiner Farm gebracht hatte, als er versuchte, ihr Handschellen anzulegen. Sie ergriff ein Küchenmesser und in der darauffolgenden Auseinandersetzung erlitten beide schwere Stichwunden. Die Frau rannte auf die Straße und winkte einem vorbeifahrenden Auto, dessen Insassen einen Krankenwagen riefen. Sie wurde ins Royal Columbian Hospital in New Westminster gebracht. Während die Frau einer Notoperation unterzogen wurde, erhielt Pickton im selben Krankenhaus Behandlung für seine Verletzungen. Ein Pfleger fand einen Schlüssel in Picktons Tasche, der zu den Handschellen der Frau passte. Pickton wurde festgenommen und wegen versuchten Mordes, Angriff mit einer Waffe und Freiheitsberaubung angeklagt. Die Anklagepunkte wurden zurückgestellt und schließlich fallen gelassen, da die Frau — deren Name durch ein Veröffentlichungsverbot geschützt war — aufgrund ihrer Drogenabhängigkeit nicht als kompetente Zeugin angesehen wurde. Pickton behauptete, sie sei eine Anhalterin, die ihn angegriffen habe. Im Frühjahr 1999 erzählte ein Informant der Vancouver-Polizei, dass Lynn Ellingsen, eine drogenabhängige alleinerziehende Mutter, im Schlachthaus von Pickton eine weibliche Leiche gesehen hatte. Bei ihrer ersten Befragung durch die Polizei leugnete Ellingsen die Geschichte. Später gab sie zu, dass sie am 20. März tatsächlich die Leiche gesehen hatte, dies aber nicht gemeldet habe, weil sie Angst vor Pickton hatte und von ihm Geld für Drogen bekam. Anfang 1999 informierte Bill Hiscox, der für die Picktons arbeitete, die Polizei, dass Lisa Yelds, eine enge Freundin von Pickton, ihm gesagt habe, sie hätte Frauenkleidung, Handtaschen und Ausweise auf der Schweinefarm gesehen. Hiscox glaubte, diese den vermissten Frauen gehörten. Die Polizei befragte Yelds, die jedoch unkooperativ war. Die Polizei durchsuchte danach die Farm, die keinerlei belastende Beweise gegen Pickton zutage brachte, weshalb dieser wieder fein raus war. Im Jahr 2002 wurde Pickton erneut verdächtig etwas mit dem Verschwinden der Frauen in Downtown Eastside zutun zu haben. Anfang Februar 2002 informierte Scott Chubb, ehemals Fahrer bei der Pickton-Familie, die Polizei in Port Coquitlam darüber, dass er illegale Waffen in Picktons Wohnwagen gesehen habe. Diese Information erfüllte die offiziellen Anforderungen für einen Durchsuchungsbefehl. Am 5. Februar durchsuchten Beamte der 2001 ins Leben gerufenen Taskforce die Schweinefarm. Neben mehreren illegalen und nicht registrierten Waffen fanden sie Gegenstände, die die vermisste Frauen mit dem Grundstück in Verbindung brachten. Besonders ein Fund weckte das Interesse der Ermittler. Dies war ein Inhalator, der Sereena Abotsway gehörte, einer Prostituierten aus Downtown Eastside, die seit einem Jahr verschwunden war. Daraufhin wurde die Farm genauer untersucht. Was die Polizei dabei entdeckte, ließ diese bis ins Mark erschüttern. Die Ermittler hatten DNA-Spuren und sterbliche Überreste von 26 vermisster Frauen gefunden, zwei abgetrennte und zersägte Köpfe in einem Gefrierschrank sowie menschliche Knochen und Körperteile. Pickton hatte die Frauen unter dem Vorwand sexueller Handlungen auf seine Farm gelockt, wo er diese tötete, verstümmelte und an seine Schweine verfütterte oder verwurstete. Die verschwundenen Frauen führten ein marginalisiertes Leben und hatten oft keine festen Wohnorte. Daher blieb ihr Verschwinden häufig unbemerkt. Im Laufe der Jahre, als die Anzahl der Vermisstenmeldungen zunahm, begannen Gerüchte über einen Serienmörder in der Downtown Eastside zu kursieren. Sexarbeiterinnen liefen nun in Gruppen und notierten die Nummernschilder der Autos, die Frauen mitnahmen. Dennoch gingen das Verschwinden weiter. 1991 initiierten die Familien vermisster Frauen und Befürworter von Sexarbeiterinnen einen jährlichen Gedenkmarsch am Valentinstag als Erinnerung an die ermordeten und vermissten Opfer. Sie forderten eine gründliche Untersuchung, doch die Polizeiarbeit war schleppend. Die Polizei von Vancouver weigerte sich anzuerkennen, dass ein Serienmörder am Werk war, oder überhaupt in Betracht zu ziehen, dass die vermissten Frauen tot waren. Es gab keine Leichen, die eine Untersuchung rechtfertigten, die die Polizeiressourcen überstrapazieren würde. Für die Polizei schien es vernünftig anzunehmen, dass einige der Frauen weggezogen und andere an einer Drogenüberdosis gestorben waren. Es gab Beschwerden über die Gleichgültigkeit der Polizei, insbesondere von der Zeitung Vancouver Sun, die der Polizei vorwarf, Verbrechen gegen Sexarbeiterinnen niedrig zu priorisieren. Das Vancouver Police Department war auch durch ihre Verweigerung behindert, neu aufkommende Ermittlungsmethoden wie psychologische Täterprofile und geologische Profilierung zu übernehmen. Viele der vermissten Frauen waren auch Indigene. Während sich der Pickton-Fall entfaltete — mit seinen vielen indigenen Opfern — zog er die öffentliche Aufmerksamkeit auf das breitere Problem der vermissten und ermordeten indigenen Frauen und Mädchen in Kanada. Dies führte ab 2016 zu einer nationalen Regierungsuntersuchung zu diesem Thema. Am 22. Februar 2002 wurde Pickton festgenommen und wegen zweier Morde angeklagt. Insgesamt wurden ihm 26 Mordanklagen vorgelegt. Während Pickton in einem Gefängnis in Surrey festgehalten wurde, teilte er eine Zelle mit einem verdeckten Ermittler, den er für einen anderen Insassen hielt. Im Gespräch sagte Pickton, dass er 49 Frauen ermordet habe und gerne 50 erreicht hätte. Inzwischen wurde die Schweinefarm zum größten Tatort in der Geschichte Kanadas. Ermittler entnahmen 200.000 DNA-Proben und beschlagnahmten 600.000 Exponate. Archäologen und Forensiker benötigten schwere Geräte, um 383.000 Kubikmeter Erde auf der Suche nach menschlichen Überresten zu durchsieben. Die Kosten der Untersuchung wurden auf nahezu 70 Millionen Dollar geschätzt. Picktons Voranhörung, um zu entscheiden, ob genügend Beweise für eine Verhandlung vorlagen, dauerte von Januar bis Juli 2003. Aufgrund des beispiellosen Umfangs und der Komplexität der zu klärenden Rechtsfragen begann sein Prozess zu den ersten sechs Anklagepunkten erst am 22. Januar 2007 in New Westminster. Am 9. Dezember 2007 befand eine Jury Pickton in sechs Fällen des Mordes zweiten Grades für schuldig. Er wurde zu lebenslanger Haft in einer Bundesstrafanstalt ohne Aussicht auf Bewährung für 25 Jahre verurteilt. Dieses Urteil wurde 2010 vom Obersten Gerichtshof Kanadas bestätigt. Auch wenn Pickton behauptete, 49 Frauen ermordet zu haben, wurde er nur wegen der Morde an 26 Frauen angeklagt, die durch die auf der Schweinefarm gefundenen Beweise identifiziert werden konnten. Ebenso wurde eine weitere unbekannte Frau, deren Überreste gefunden wurden und die den Namen „Jane Doe“ erhielt, nicht berücksichtigt, da keine ausreichenden Informationen über ihre Identität und die Zeit ihres Todes vorlagen. Nachdem Pickton in den ersten sechs Fällen verurteilt worden war, hielten die Staatsanwälte von British Columbia die Möglichkeit offen, ihn zu einem späteren Zeitpunkt wegen der anderen 20 Anklagepunkte zu verhandeln. Am 4. August 2010 gaben die Staatsanwälte jedoch bekannt, dass sie die weiteren 20 Anklagepunkte nicht verfolgen würden. Sie erklärten, dass ein zweiter Prozess, selbst wenn weitere Verurteilungen erzielt würden, nichts zu Picktons bereits maximal möglicher Strafe hinzufügen würde. Diese Entscheidung ärgerte einige Familien der 20 Opfer, während andere erleichtert waren, dass ihnen ein weiterer langer und schwieriger Prozess erspart blieb. Am 19. Mai 2024 wurde Pickton in einem Angriff im Hochsicherheitsgefängnis Port-Cartier in Quebec schwer verletzt. Martin Charest, ein 51-jähriger Mitgefangener, stach Pickton mit einem zerbrochenen Besenstiel oder ähnlichem Gegenstand in den Kopf. Der 74-jährige Pickton wurde in einem medizinisch induzierten Koma auf Lebenserhaltung gelegt. Er starb am 31. Mai. 2024. Charest wurde am 3. Juli 2025 wegen Mordes ersten Grades am Tod von Pickton angeklagt. Damit endete die Geschichte von Kanadas brutalstem Serienmörder.

Von Isabella Mueller

Mein Name ist Isabella Mueller, und ich lade euch ein, die kreativen Universen zu erkunden, die ich durch meine Blogs erschaffe. Seit 2020 widme ich meine Leidenschaft dem Erzählen fesselnder Geschichten, die mysteriös, historisch und emotional sind. Es ist mein Ziel, nicht nur zu unterhalten, sondern auch zum Nachdenken anzuregen und den Entdeckergeist in jedem von uns zu wecken. Auf isabellas.blog kombiniert sich die Spannung von Kriminalgeschichten mit aufregenden Reisetipps. Stellt euch vor, ihr wandert durch malerische Straßen einer neuen Stadt und ergründet dabei dunkle Geheimnisse, die in den Schatten ihrer Geschichte verborgen liegen. Jedes Stück auf meinem Blog ist so konzipiert, dass es das Herz eines jeden Krimi-Fans höherschlagen lässt und gleichzeitig die Neugier auf unbekannte Orte weckt. Hier seid ihr eingeladen, den Nervenkitzel des Unbekannten und die Schönheit unserer Welt zu erleben – eine perfekte Kombination für alle Abenteuerlustigen! In meinem zweiten Blog, akteq.com, dreht sich alles um wahre, ungelöste Kriminalgeschichten. Unter dem Motto „akteQ: Cold Case Stories“ enthülle ich die unheimlichen und oft tragischen Geschichten hinter ungelösten Fällen. Gemeinsam können wir die Rätsel der Vergangenheit erforschen und tief in die menschliche Psyche eintauchen. Was geschah wirklich? Wer waren die Menschen hinter diesen mysteriösen Ereignissen? In diesem Blog lade ich euch ein, Fragen zu stellen und die Antworten zu finden, die oft im Dunkeln liegen. Ein weiteres spannendes Kapitel meiner Bloggerlaufbahn findet ihr auf thecastles.org. Hier beginne ich eine zauberhafte Reise durch die Geschichte der Burgen und Schlösser. Haltet inne, während ihr die Geschichten entdeckt, die in den Mauern dieser alten Gemäuer verborgen sind. „Explore the enchantment, discover the history – your journey begins at thecastles.org!“ Diese Worte sind mehr als nur ein Slogan; sie sind eine Einladung an alle, die Geschichte und Magie miteinander verbinden möchten. Lasst euch von den beeindruckenden Erzählungen und der Faszination vergangener Epochen inspirieren! Aber das ist noch lange nicht alles! Auf kripo.org erwartet euch ein umfassendes Onlinemagazin für echte Kriminalfälle. Taucht ein in die Welt des Verbrechens, erfahrt von den realen Geschichten hinter den Schlagzeilen und den Menschen, die sich mit der Aufklärung beschäftigen. Mit criminal.energy entführe ich euch in die packenden Erzählungen wahrer Verbrechen, in denen Bösewichte gejagt, gefasst und verurteilt werden. Die Suche nach Gerechtigkeit und die Konfrontation mit dem Unbekannten stehen im Mittelpunkt. Und für all jene, die die Welt bereisen wollen, bietet wanderlust.plus die Möglichkeit, die Welt, ein Abenteuer nach dem anderen, zu erkunden. Hier geht es um die Liebe zur Erkundung und die Freude, neue Kulturen und Landschaften zu entdecken. Lasst uns gemeinsam die Geschichten entdecken, die die Welt um uns herum prägen. Ich freue mich darauf, euch auf dieser aufregenden Reise zu begleiten und hoffe, dass ihr viele unvergessliche Momente mit mir teilen werdet!

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