Die Stadt Leipzig war einst der wichtigste Standort für deutsche Verlage und Buchgroßhändler. Diese waren hauptsächlich im Graphischen Viertel östlich der Innenstadt ansässig. Hier befanden sich auch die späteren Verlagshäuser und Druckereien von Johann Jacob Weber, außer seinem Stammhaus in der Nikolaistraße in Leipzigs Altstadt. Dieser hatte Deutschlands erste Illustrierte, die sogenannte „Illustrirten Zeitung“ herausgegeben. Sein Enkel Siegfried Weber erlangte später Berühmtheit, da er über zwei Jahre lang erpresst wurde. Man schreibt das Jahr 1908. Es ist Heiligabend als in der Firma J.J. Weber ein Brief ohne Absender an den Verlagsbuchhändler Siegfried Weber einging. Dieser las den Brief aber erst am Morgen des ersten Weihnachtsfeiertages. In dem Brief forderte ein Mann namens Argus, dass Weber am 24. Dezember bis 18 Uhr 5000 Mark in Gold im Zeitungskiosk am Alten Theater hinterlegen sollte. Dies sollte quasi ein Vorschuss für seine sensationellen Memoiren sein, in denen er über 30 eigenhändig ausgeführte Morde berichten würde. Wenn das Buch fertiggestellt ist, sollte Weber nochmals 5000 Mark in Gold zahlen. Damit es sich nicht um eine Finte handelte, schilderte der Mann zum Beweis den brutalen Doppelmord an dem 60-jährigen Schriftsetzer Georg Friedrich und seiner Frau Marie, deren Schädel er mit einem Hammer zertrümmert hatte. Tatsächlich wurde am 2. November 1908 in der Windmühlenstraße 21 das Ehepaar Friedrich in ihrer Wohnung von einem Untermieter ermordet und ausgeraubt aufgefunden. Das Königliche Justizministerium hatte eine Belohnung von 500 Mark auf Hinweise ausgesetzt. Verdächtigt wurden zwei gut gekleidete Männer Mitte 20, die sich am 30. Oktober bei den Friedrichs für den 2. November 1908 unter falscher Identität eingemietet hatten. Die Polizei konnte die beiden Herren jedoch nicht ausfindig machen. Da der Verleger Weber wegen zu späten Öffnens den Übergabetermin verpasst hatte, erhielt er weitere Briefe mit Forderungen von dem Erpresser. Insgesamt erhielt Weber 12 Briefe, die neben Geldforderungen auch üble Morddrohungen gegen ihn und seine Familie beinhalteten. Per Zeitungsinserat versuchte Weber Kontakt zu dem Erpresser aufzunehmen, in dem er in einem Brief 500 Mark an einem Zeitungskiosk für den Erpresser hinterlegen ließ, damit er endlich ihn und seine Familie in Ruhe lasse, da er keinerlei Interesse an seinem Buch hege. Doch der Brief wurde nicht abgeholt. Im Februar 1909 war der Höhepunkt erreicht als der Erpresser für seinen angeblichen Weltbestseller 30.000 Mark von Weber forderte. Da es keine Rückschlüsse auf den Erpresser gab, versuchte die Staatsanwaltschaft mithilfe von Psychologen und Schriftsachverständigen Rückschlüsse auf den Erpresser zu ziehen. Auch ein Phantombild nach Zeugenaussagen von dem Mord an dem Ehepaar Friedrich wurde angefertigt und die Presse ermahnte die Öffentlichkeit zur Mithilfe. Zudem hatte die Staatsanwaltschaft die Belohnung für Hinweise auf 5000 Mark erhöht. Am 16. Juni 1910 passierte ein Wunder. Weber wurde von einem Eilbotenjungen ein Brief überreicht. Er wusste, dass dieser nur vom Erpresser sein konnte und schrieb geistesgegenwärtig eine Antwort, die der Eilbotenjunge dem Absender bringen sollte. Dann eilte er zu seinem Freund, der im Auto gewartet hatte, da sie eigentlich einen Jagdausflug machen wollten. Stattdessen machten sie Jagd auf den Erpresser, in dem sie dem Eilbotenjungen folgten. Nach langer Strecke übergab er den Brief von Weber einem Mann, der als Weber aus dem Auto stieg und diesem sich näherte, die Flucht ergriff. Weber setzte sich wieder ins Auto und nahm die Verfolgung des Mannes auf. Er schaffte das Unmögliche und stellte nach einer wilden Verfolgungsjagd den Mann, der anschließend verhaftet wurde. Bei dem Mann handelte es sich um Karl Koppius, der zusammen mit seinem jüngeren Bruder Fritz das Ehepaar Friedrich brutal mit einem Hammer ermordet hatte. Das Ehepaar musste getötet werden, da sie keine Zeugen wollten. Denn die blutrünstigen Brüder hatten einen Raubüberfall auf einen Geldbriefträger geplant. Dieser wurde mit einer Postanweisung, die am 30. Oktober Karl Koppius im Börsenpostamt aufgegeben hatte, in die Friedrische Wohnung, in der sie sich am 2. November eingemietet hatten, gelockt. Sie töteten das Ehepaar und warteten auf den Geldbriefträger, der die Postanweisung in Höhe von 8,25 Mark an Paul Schlegel, der Karl Koppius war, auszahlte. Doch statt ihn in die Wohnung zu zerren und auszurauben, mussten sie ihn ziehen lassen, da ein Kollege, der im gleichen Haus eine Nachnahmesendung zugestellt hatte, auf ihn wartete. Dieser Zufall rettete dem Geldbriefträger sein Leben. Danach hatte Karl Koppius die irre Idee den Verleger Siegfried Weber zu erpressen. Er war überzeugt, dass er einen Weltbesteller verfassen würde. Nachdem Karl Koppius verhaftet worden war, wurde am nächsten Tag auch sein Bruder Fritz inhaftiert. Im Zuge der Ermittlungen gestanden die Brüder diverse Verbrechen. Tatwaffe war jedes Mal ein Hammer, weshalb die Brüder als die Hammermörder in Leipzigs Kriminalgeschichte eingingen. Am 5. Oktober 1910 wurden Karl und Fritz Koppius zum Tode verurteilt. Doch Fritz wurde vom sächsischen König begnadigt, in dem er das Todesurteil in lebenslänglich Zuchthaus umwandelte. Damit war das Schicksal des mordenden Bruderpaares besiegelt.
Von Isabella Mueller
Mein Name ist Isabella Mueller, und ich lade euch ein, die kreativen Universen zu erkunden, die ich durch meine Blogs erschaffe. Seit 2020 widme ich meine Leidenschaft dem Erzählen fesselnder Geschichten, die mysteriös, historisch und emotional sind. Es ist mein Ziel, nicht nur zu unterhalten, sondern auch zum Nachdenken anzuregen und den Entdeckergeist in jedem von uns zu wecken. Auf isabellas.blog kombiniert sich die Spannung von Kriminalgeschichten mit aufregenden Reisetipps. Stellt euch vor, ihr wandert durch malerische Straßen einer neuen Stadt und ergründet dabei dunkle Geheimnisse, die in den Schatten ihrer Geschichte verborgen liegen. Jedes Stück auf meinem Blog ist so konzipiert, dass es das Herz eines jeden Krimi-Fans höherschlagen lässt und gleichzeitig die Neugier auf unbekannte Orte weckt. Hier seid ihr eingeladen, den Nervenkitzel des Unbekannten und die Schönheit unserer Welt zu erleben – eine perfekte Kombination für alle Abenteuerlustigen! In meinem zweiten Blog, akteq.com, dreht sich alles um wahre, ungelöste Kriminalgeschichten. Unter dem Motto „akteQ: Cold Case Stories“ enthülle ich die unheimlichen und oft tragischen Geschichten hinter ungelösten Fällen. Gemeinsam können wir die Rätsel der Vergangenheit erforschen und tief in die menschliche Psyche eintauchen. Was geschah wirklich? Wer waren die Menschen hinter diesen mysteriösen Ereignissen? In diesem Blog lade ich euch ein, Fragen zu stellen und die Antworten zu finden, die oft im Dunkeln liegen. Ein weiteres spannendes Kapitel meiner Bloggerlaufbahn findet ihr auf thecastles.org. Hier beginne ich eine zauberhafte Reise durch die Geschichte der Burgen und Schlösser. Haltet inne, während ihr die Geschichten entdeckt, die in den Mauern dieser alten Gemäuer verborgen sind. „Explore the enchantment, discover the history – your journey begins at thecastles.org!“ Diese Worte sind mehr als nur ein Slogan; sie sind eine Einladung an alle, die Geschichte und Magie miteinander verbinden möchten. Lasst euch von den beeindruckenden Erzählungen und der Faszination vergangener Epochen inspirieren! Aber das ist noch lange nicht alles! Auf kripo.org erwartet euch ein umfassendes Onlinemagazin für echte Kriminalfälle. Taucht ein in die Welt des Verbrechens, erfahrt von den realen Geschichten hinter den Schlagzeilen und den Menschen, die sich mit der Aufklärung beschäftigen. Mit criminal.energy entführe ich euch in die packenden Erzählungen wahrer Verbrechen, in denen Bösewichte gejagt, gefasst und verurteilt werden. Die Suche nach Gerechtigkeit und die Konfrontation mit dem Unbekannten stehen im Mittelpunkt. Und für all jene, die die Welt bereisen wollen, bietet wanderlust.plus die Möglichkeit, die Welt, ein Abenteuer nach dem anderen, zu erkunden. Hier geht es um die Liebe zur Erkundung und die Freude, neue Kulturen und Landschaften zu entdecken. Lasst uns gemeinsam die Geschichten entdecken, die die Welt um uns herum prägen. Ich freue mich darauf, euch auf dieser aufregenden Reise zu begleiten und hoffe, dass ihr viele unvergessliche Momente mit mir teilen werdet!
