Vor über 30 Jahren verschwand die 18 Jahre alte Lolita Brieger, die als ungelernte Näherin in Jünkerath, einer Ortsgemeinde in der Vulkaneifel in Nordrhein-Westfalen arbeitete und dort in einer kleinen Wohnung lebte. Die attraktive, schwangere Frau wurde das letzte Mal lebend gesehen als sie von ihrer Arbeitskollegin gegen 13 Uhr in Scheid aus dem Auto gestiegen war, um zu dem Bauernhof ihres Freundes Josef Klein, genannt Jupp zu gehen, mit dem sie sich und seinem Vater verabredet hatte. Doch dort kam sie nie an. Lolita Brieger verschwand an diesem Nachmittag des 4. Novembers 1982 spurlos und erst 30 Jahre später sollte sie wieder auftauchen. Doch der Reihe nach. Im August 1981 hatte Lolita Brieger mit knapp 17 Jahren den 21 Jahre alten feschen und wohlhanden Landwirt Jupp aus einer gut situierten, alt eingesessen Bauersfamilie kennen und lieben gelernt. Von Anfang an störten sich die Eltern von Jupp an der für sie nicht standesgemäßen Liaison. Lolita Brieger stammte aus einfachen Verhältnissen, deren Eltern deutsch Vertriebene aus Schlesien waren. Ihr Vater arbeitete im Bergbau und musste eine sechsköpfige Familie mit seinem geringen Gehalt ernähren. Im Sommer 1982 trennte sich Jupp das erste Mal von Lolita, die daraufhin einen Selbstmordversuch mit Schlaftabletten unternahm. Sie konnte gerettet werden und Jupp kehrte zu Lolita zurück, die ihm erzählte dass sie schwanger war. Lolita hoffte, dass Jupp sie nun heiraten würde, doch Jupp beendete aufgrund ihrer Schwangerschaft erneut die Beziehung. Am Tag vor ihrem Verschwinden kam es in ihrer kleinen Wohnung zu einer lautstarken Auseinandersetzung mit Jupp, die auch ihre Vermieterin, die im selben Haus lebte, mitbekam. Während Lolita Jupp von einer gemeinsamen Zukunft überzeugen wollte, machte Jupp Lolita unmissverständlich klar, dass es diese nicht geben würde. Lolita sollte am nächsten Tag auf den Hof kommen, damit sein Vater die Angelegenheit mit einer finanziellen Abfindung regeln konnte. Lolita willigte ein. Seitdem Lolita aus dem Auto ihrer Arbeitskollegin gestiegen war, galt diese wie vom Erdboden verschluckt. Ihre Eltern gaben eine Vermisstenanzeige auf und die Kriminalpolizei ermittelte auf Hochtouren. Doch leider ergebnislos. Einzig ihr Schlüsselbund wurde von einem Jugendlichen im Februar 1983 auf dem Friedhof in Stadtkyll gefunden. Jahrzehnte strichen ins Land. Dann bekam der Ermittler Wolfgang Schu der Mordkommission Trier die Akte erneut zur Hand, die nicht geschlossen worden war, da ein Mord nicht ausgeschlossen werden konnte. Dieser thematisierte den Fall Lolita Brieger am 24. August 2011 in der Fernsehsendung „Aktenzeichen XY … ungelöst“. Er erhoffte sich, dass sich vielleicht ein Mittäter melden würde. Dieser hatte keine Strafverfolgung zu befürchten, da die Beteiligung an der Tat verjährt war. Er appellierte inständig an das Gewissen der Mitwisser, damit die Familie endlich Frieden schließen konnte. Tatsächlich geschah noch während der Sendung das ersehnte Wunder. Eine Zuschauerin meldete sich, die Hinweise auf einen möglichen Mitwisser hatte. Dieser war ein befreundeter Dachdecker von Josef Klein, der damals seinem Freund geholfen hatte, die tote Lolita verschwinden zu lassen. Josef Klein wurde deswegen am 9. September in Untersuchungshaft genommen. Am 19. Oktober 2011 nach zwölftägiger Suche wurde auf der stillgelegten Mülldeponie bei Dahlem-Frauenkron ein menschliches Skelett mit Drahtschlinge um den Hals in einem grünen Plastiksack gesteckt, gefunden. Die Obduktion ergab, dass es sich um die vermisste Lolita Brieger handelte. Diese wurde am 4. November, an dem Tag wo sie vor 29 Jahren ihr Leben ließ, gemeinsam mit ihrem ungeborenem Kind auf dem Friedhof der Pfarrei St. Brictius Berk beerdigt. Nachdem die Staatsanwaltschaft Trier am 29. Dezember Anklage wegen Mordes gegen Josef Klein erhoben hatte, begann sein Prozess am 6. März 2012. Der Tathergang hatte sich wie folgt am 4. November 1982 abgespielt. Josef Klein hatte sich mit Lolita Brieger in einem Schuppen auf dem Hof getroffen. Es kam wie so oft zum Streit und Lolita Brieger wurde mit einer Drahtschlinge von ihm erwürgt. Danach half ihm sein Freund mit der Beseitigung der Leiche, in dem sie die Tote in einen Plastiksack gesteckt hatten und diesen in der Müllhalde unter Müllbergen begruben. Im Prozess ging es darum, konnte Josef Klein Mord oder nur Totschlag nachgewiesen werden. Im Gegensatz zu Totschlag, der nach 20 Jahren verjährt, verjährt Mord in Deutschland nicht. Am 11. Juni 2012 wurde Josef Klein vom Mordvorwurf freigesprochen. Dieser war für den Tod von Lolita Brieger verantwortlich, aber Mordmerkmale waren nicht mehr nachzuweisen. Dies lag auch daran, dass Josef Klein während des gesamten Prozesses eisern schwieg. Da der Totschlag bereits verjährt war, konnte Josef Klein das Trierer Landgericht als freier Mann verlassen. Einziger Trost für die Angehörigen ist, dass Lolita Briegers Fall geklärt wurde und nun jeder weiß, wer diese auf dem Gewissen hat. Mit dieser Schuld und bohrenden Blicken muss nun Josef Klein leben. Denn was der Mensch sät, das wird er auch ernten.
Von Isabella Mueller
Mein Name ist Isabella Mueller, und ich lade euch ein, die kreativen Universen zu erkunden, die ich durch meine Blogs erschaffe. Seit 2020 widme ich meine Leidenschaft dem Erzählen fesselnder Geschichten, die mysteriös, historisch und emotional sind. Es ist mein Ziel, nicht nur zu unterhalten, sondern auch zum Nachdenken anzuregen und den Entdeckergeist in jedem von uns zu wecken. Auf isabellas.blog kombiniert sich die Spannung von Kriminalgeschichten mit aufregenden Reisetipps. Stellt euch vor, ihr wandert durch malerische Straßen einer neuen Stadt und ergründet dabei dunkle Geheimnisse, die in den Schatten ihrer Geschichte verborgen liegen. Jedes Stück auf meinem Blog ist so konzipiert, dass es das Herz eines jeden Krimi-Fans höherschlagen lässt und gleichzeitig die Neugier auf unbekannte Orte weckt. Hier seid ihr eingeladen, den Nervenkitzel des Unbekannten und die Schönheit unserer Welt zu erleben – eine perfekte Kombination für alle Abenteuerlustigen! In meinem zweiten Blog, akteq.com, dreht sich alles um wahre, ungelöste Kriminalgeschichten. Unter dem Motto „akteQ: Cold Case Stories“ enthülle ich die unheimlichen und oft tragischen Geschichten hinter ungelösten Fällen. Gemeinsam können wir die Rätsel der Vergangenheit erforschen und tief in die menschliche Psyche eintauchen. Was geschah wirklich? Wer waren die Menschen hinter diesen mysteriösen Ereignissen? In diesem Blog lade ich euch ein, Fragen zu stellen und die Antworten zu finden, die oft im Dunkeln liegen. Ein weiteres spannendes Kapitel meiner Bloggerlaufbahn findet ihr auf thecastles.org. Hier beginne ich eine zauberhafte Reise durch die Geschichte der Burgen und Schlösser. Haltet inne, während ihr die Geschichten entdeckt, die in den Mauern dieser alten Gemäuer verborgen sind. „Explore the enchantment, discover the history – your journey begins at thecastles.org!“ Diese Worte sind mehr als nur ein Slogan; sie sind eine Einladung an alle, die Geschichte und Magie miteinander verbinden möchten. Lasst euch von den beeindruckenden Erzählungen und der Faszination vergangener Epochen inspirieren! Aber das ist noch lange nicht alles! Auf kripo.org erwartet euch ein umfassendes Onlinemagazin für echte Kriminalfälle. Taucht ein in die Welt des Verbrechens, erfahrt von den realen Geschichten hinter den Schlagzeilen und den Menschen, die sich mit der Aufklärung beschäftigen. Mit criminal.energy entführe ich euch in die packenden Erzählungen wahrer Verbrechen, in denen Bösewichte gejagt, gefasst und verurteilt werden. Die Suche nach Gerechtigkeit und die Konfrontation mit dem Unbekannten stehen im Mittelpunkt. Und für all jene, die die Welt bereisen wollen, bietet wanderlust.plus die Möglichkeit, die Welt, ein Abenteuer nach dem anderen, zu erkunden. Hier geht es um die Liebe zur Erkundung und die Freude, neue Kulturen und Landschaften zu entdecken. Lasst uns gemeinsam die Geschichten entdecken, die die Welt um uns herum prägen. Ich freue mich darauf, euch auf dieser aufregenden Reise zu begleiten und hoffe, dass ihr viele unvergessliche Momente mit mir teilen werdet!
