Der letzte zum Tode verurteilte Mörder, der in Österreich hingerichtet wurde, war Johann Trnka. Dieser war ein Raubmörder, der zwei Frauen in Wien brutal ermordet hatte. Als am 9. April 1946 der Student Heinrich Koller in die Wohnung seiner Mutter in die Albertgasse 55 im 8. Wiener Gemeindebezirk Josefstadt kam, lag seine 51 Jahre alte Mutter Hermine Koller tot auf dem Fußboden in der Küche. Die Wohnung war nach Wertgegenständen durchsucht worden. Es fehlte neben einem Ring, Bargeld und Lebensmittelmarken. Ein Raubmörder war hier eindeutig am Werk gewesen, da waren sich die Wiener Kriminalbeamten sicher, die eine blutverschmierte Axt in einem bombenbeschädigten Raum fanden. Diese entpuppte sich als die Mordwaffe mit der Hermine Koller erschlagen worden war. Nach nur acht Tagen meldete am Morgen des 17. April 1946 der Chemiker Dr. Wilhelm Partisch der Polizei, dass er seine Haushaltsgehilfin Marie Bogner tot in seiner Wohnung im 9. Wiener Gemeindebezirk Alsergrund gefunden hatte. Ihr war der Schädel mit einem stumpfen Gegenstand eingeschlagen worden. Es fehlte ein Radio der Marke „Radione“ und Lebensmittelkarten. Die am Tatort gefundenen Fingerabdrücke stimmten mit denen, die in der Wohnung von Hermine Koller gesichert worden waren, überein. Der Radiosender „Rot-Weiß-Rot“ bat die Bevölkerung sofort zur Polizei zu gehen, wenn ein Radio der Marke „Radione“ auf dem Schwarzmarkt angeboten wurde. Tatsächlich ging ein Hinweis ein, der zum Täter führte. Ein Mann hatte für 2.000 Schilling, umgerechnet 144 Euro, ein Radio der Marke „Radione“ auf dem Schwarzmarkt erworben. Dr. Wilhelm Partisch identifizierte dieses als sein Eigentum. Bei dem Verkäufer handelte es sich um den 34 Jahre alten Malergehilfen Johann Trnka, der mit seiner Ehefrau in der Großen Stadtgutgasse 13 im 2. Wiener Gemeindebezirk Leopoldstadt lebte. Als die Polizei diesen am 18. April 1946 verhaften wollte, war dieser jedoch verschwunden. Die Wiener Polizei konnte zwar Gegenstände der Mordopfer in seiner Wohnung sowie Fingerabdrücke sicherstellen, doch Trnka blieb trotz einer Belohnung zur Ergreifung in Höhe von 1.000 Schilling, 72 Euro, wie vom Erdboden verschluckt. Dieser hatte an jenem Tag als ihn die Polizei verhaften wollte, das Polizeiauto gesehen und war geflüchtet. Er kam bei einem Freund unter, bei dem er sich einige Tage lang versteckte. Danach fuhr er mit dem Zug nach Oberösterreich. Er nahm in St. Valentin bei Bauern Gelegenheitsarbeiten an und arbeitete ab Anfang Dezember 1948 bei einem Malermeister in Linz bis er im Februar 1949 in eine Untermietswohnung nach Peuerbach zog. Dort lernte er eine Frau kennen, die er heiraten wollte. Fast drei Jahre strichen ins Land bis im März 1949 die Beamten des Wiener Sicherheitsbüros Hinweise erhielten, dass sich Johann Trnka in Peuerbach im Bezirk Grieskirchen in Oberösterreich aufhielt, da dieser schriftlich bei der Malerinnung in Wien Bestätigung angefordert hatte. Außerdem hatte eine Frau aus Peuerbach bei Trnkas Mutter angerufen und sich nach diesem erkundigt. In der Tat konnte Johann Trnka in Peuerbach ausfindig gemacht werden, der in seiner Wohnung verhaftet und anschließend nach Wien gebracht wurde. Im Wiener Sicherheitsbüro gestand Johann Trnka, dass er im April 1946 die beiden Frauen beraubt und ermordet hatte. Weitere Raubserien hatte er zudem geplant gehabt. Die Kriminalbeamten kamen Trnka deshalb lange nicht auf die Schliche, da er seinen Familiennamen in einem Dokument in Turka geändert hatte. Dieses legte er der Bezirkshauptmannschaft Amstetten vor, die ihm eine Identitätskarte auf Truka ausstellte. Drei Jahre lang lief alles am Schnürchen bis seine neue Freundin ein Dokument mit seinem richtigen Namen entdeckt hatte und bei seiner Mutter in Wien anrief. So kam der Stein ins Rollen. Am 12. Dezember fand die Schwurgerichtsverhandlung im Wiener Straflandesgericht gegen Johann Trnka statt. Am 14. Dezember 1949 wurde Johann Trnka wegen zweifachen heimtückischen Raubmordes, siebenfach versuchter Raubmorde und Veruntreuungen zum Tode durch den Strang verurteilt. Am 24. März 1950 wurde er im Galgenhof des Wiener Landesgerichts auf dem Würgegalgen hingerichtet. Er war letzte zum Tode verurteilte Mörder, der in Österreich hingerichtet wurde, da am 24. Mai 1950 der Nationalrat beschlossen hatte, die Todesstrafe im Strafrecht in Österreich mit dem 1. Juni 1950 abzuschaffen. Der Würgegalgen, auf dem Johann Trnka hingerichtet wurde, befindet sich heute im Wiener Kriminalmuseum.
Von Isabella Mueller
Mein Name ist Isabella Mueller, und ich lade euch ein, die kreativen Universen zu erkunden, die ich durch meine Blogs erschaffe. Seit 2020 widme ich meine Leidenschaft dem Erzählen fesselnder Geschichten, die mysteriös, historisch und emotional sind. Es ist mein Ziel, nicht nur zu unterhalten, sondern auch zum Nachdenken anzuregen und den Entdeckergeist in jedem von uns zu wecken. Auf isabellas.blog kombiniert sich die Spannung von Kriminalgeschichten mit aufregenden Reisetipps. Stellt euch vor, ihr wandert durch malerische Straßen einer neuen Stadt und ergründet dabei dunkle Geheimnisse, die in den Schatten ihrer Geschichte verborgen liegen. Jedes Stück auf meinem Blog ist so konzipiert, dass es das Herz eines jeden Krimi-Fans höherschlagen lässt und gleichzeitig die Neugier auf unbekannte Orte weckt. Hier seid ihr eingeladen, den Nervenkitzel des Unbekannten und die Schönheit unserer Welt zu erleben – eine perfekte Kombination für alle Abenteuerlustigen! In meinem zweiten Blog, akteq.com, dreht sich alles um wahre, ungelöste Kriminalgeschichten. Unter dem Motto „akteQ: Cold Case Stories“ enthülle ich die unheimlichen und oft tragischen Geschichten hinter ungelösten Fällen. Gemeinsam können wir die Rätsel der Vergangenheit erforschen und tief in die menschliche Psyche eintauchen. Was geschah wirklich? Wer waren die Menschen hinter diesen mysteriösen Ereignissen? In diesem Blog lade ich euch ein, Fragen zu stellen und die Antworten zu finden, die oft im Dunkeln liegen. Ein weiteres spannendes Kapitel meiner Bloggerlaufbahn findet ihr auf thecastles.org. Hier beginne ich eine zauberhafte Reise durch die Geschichte der Burgen und Schlösser. Haltet inne, während ihr die Geschichten entdeckt, die in den Mauern dieser alten Gemäuer verborgen sind. „Explore the enchantment, discover the history – your journey begins at thecastles.org!“ Diese Worte sind mehr als nur ein Slogan; sie sind eine Einladung an alle, die Geschichte und Magie miteinander verbinden möchten. Lasst euch von den beeindruckenden Erzählungen und der Faszination vergangener Epochen inspirieren! Aber das ist noch lange nicht alles! Auf kripo.org erwartet euch ein umfassendes Onlinemagazin für echte Kriminalfälle. Taucht ein in die Welt des Verbrechens, erfahrt von den realen Geschichten hinter den Schlagzeilen und den Menschen, die sich mit der Aufklärung beschäftigen. Mit criminal.energy entführe ich euch in die packenden Erzählungen wahrer Verbrechen, in denen Bösewichte gejagt, gefasst und verurteilt werden. Die Suche nach Gerechtigkeit und die Konfrontation mit dem Unbekannten stehen im Mittelpunkt. Und für all jene, die die Welt bereisen wollen, bietet wanderlust.plus die Möglichkeit, die Welt, ein Abenteuer nach dem anderen, zu erkunden. Hier geht es um die Liebe zur Erkundung und die Freude, neue Kulturen und Landschaften zu entdecken. Lasst uns gemeinsam die Geschichten entdecken, die die Welt um uns herum prägen. Ich freue mich darauf, euch auf dieser aufregenden Reise zu begleiten und hoffe, dass ihr viele unvergessliche Momente mit mir teilen werdet!
