Eine Geschichte, die glatt aus einem Groschenroman hätte entsprungen sein können, war die von Marie Margarethe Beier, kurz Grete genannt. Diese war eine 1,50 Meter große und äußerst raffinierte Frau, deren Liebe zu einem Kleinkriminellen ihr zum Verhängnis wurde. Grete war die Tochter des Brander Bürgermeister Ernst Theodor Beier und seiner Ehefrau Ida Karoline. Die Tochter aus gutem Hause lernte 1905 im Alter von 19 Jahren auf einem Maskenball des Kaufmännischen Vereins in Freiberg den 24 Jahre alten Handlungsreisenden Johannes Heinrich Merker kennen und lieben. Beide verlobten sich nach nur 12 Tagen heimlich, da Merker als nicht standesgemäß galt. Als dieser fremdging, löste Grete die Verlobung. Kurz darauf lernte sie auf einem Faschingsball in Chemnitz den 34 Jahre alten Oberingenieur Heinrich Moritz Kurt Preßler kennen. Der gebildete Mann, hatte nicht nur ein gutes Einkommen, sondern verfügte auch über ein beträchtliches Vermögen. Er war der perfekte Schwiegersohn in spe, mit dem sie sich im Februar 1906 sogar verlobte. Preßler war eine gute Partie, aber auch recht herrisch und schon bald sehnte sich Grete Merker zurück. Sie ließ ihre Liaison wieder erblühen. Grete wurde sogar von Merker schwanger, trieb aber ab. Im April 1907 starb Gretes Onkel Kröner, der Verwalter des Armenhauses in Freiberg war. Sie fälschte dessen Testament und machte sich kurzerhand zur Alleinerbin, um Merker das Geld aus Kröners Nachlass geben zu können, der sie mit der Abtreibung erpresste. Sie plünderte dessen Konto und nahm eine Kassette von Kröner an sich, die ihre Eltern im Haus aufbewahrten. Am 13. Mai 1907 einen Tag vor der geplanten Hochzeit mit Preßler besuchte sie diesen in seiner Wohnung. Preßler, der sich sehr freute Grete zu sehen, ahnte nicht, dass diese einen teuflischen Plan verfolgte. Denn Grete hatte ein gefälschtes Testament aufgesetzt, dass sie zur Alleinerbin machte. Als Preßler abgelenkt war, mischte sie Zyankali in dessen Eierlikör, dann stieß sie mit ihm an. Als Preßler bewusstlos war, hielt sie eine Serviette über dessen Augen und schoss ihm mit einem Revolver ihres Vaters in den Mund, damit es wie Selbstmord aussah. Drei Tage danach wurde Preßler beerdigt und eingeäschert. Jeder glaubte, dass er Selbstmord begangen hatte. Damit niemand Grete auch nur annähernd verdächtigte, hatte sie Briefe von Preßlers angeblicher Ehefrau namens Ferroni aus Italien fingiert, die gedroht hatte, das Doppelleben auffliegen zu lassen. Grete Beier glaubte den perfekten Mord begangen zu haben. Doch nach sechs Wochen wurde Grete verhaftet, da die Fälschung des Testaments ihres Onkels aufgeflogen war. Der Bruder von Kurt Preßler ließ nun das Testament und den Brief der angeblichen italienischen Ehefrau prüfen. Beide waren Fälschungen, weshalb Preßler Anzeige gegen Grete Beier erstattete. Zudem wusste eine Bekannte namens Schlegel vom Diebstahl, die Merker aus dem Weg schaffen sollte. Dies teilte ihm Grete aus der Haft über ein geheimes Schreiben mit, das jedoch beim Untersuchungsrichter landete und zum Fundament der Mordanklage wurde. Grete Beier gestand aufgrund der erdrückenden Beweislast die Fälschungen der Testamente, den Mord an Preßler und die illegale Abtreibung. Am 29. Juni 1908 begann der Prozess gegen Grete Beier. Nach zwei Tagen wurde diese zum Tode wegen dem Mord an Kurt Preßler verurteilt. Zudem bekam sie acht Jahre Haft wegen Urkundenfälschung, Abtreibung und schweren Diebstahls. Ein Gnadengesuch wurde von König Friedrich August III. abgelehnt. Am 23. Juli 1908 wurde Grete Beier im Alter von 22 Jahren von dem Landesscharfrichter Moritz Brand auf dem Schafott im Hof des Landgerichtes am Albertpark in Freiberg enthauptet. Grete Beier war damit die letzte Frau, die im Königreich Sachsen öffentlich hingerichtet wurde. Ihre letzte Ruhestätte fand sie im Familiengrab auf dem Johannisfriedhof in Dresden. Ihr Geliebter Merker wanderte wegen Unterschlagung für 20 Monate ins Gefängnis und wanderte anschließend nach Argentinien aus.
Von Isabella Mueller
Mein Name ist Isabella Mueller, und ich lade euch ein, die kreativen Universen zu erkunden, die ich durch meine Blogs erschaffe. Seit 2020 widme ich meine Leidenschaft dem Erzählen fesselnder Geschichten, die mysteriös, historisch und emotional sind. Es ist mein Ziel, nicht nur zu unterhalten, sondern auch zum Nachdenken anzuregen und den Entdeckergeist in jedem von uns zu wecken. Auf isabellas.blog kombiniert sich die Spannung von Kriminalgeschichten mit aufregenden Reisetipps. Stellt euch vor, ihr wandert durch malerische Straßen einer neuen Stadt und ergründet dabei dunkle Geheimnisse, die in den Schatten ihrer Geschichte verborgen liegen. Jedes Stück auf meinem Blog ist so konzipiert, dass es das Herz eines jeden Krimi-Fans höherschlagen lässt und gleichzeitig die Neugier auf unbekannte Orte weckt. Hier seid ihr eingeladen, den Nervenkitzel des Unbekannten und die Schönheit unserer Welt zu erleben – eine perfekte Kombination für alle Abenteuerlustigen! In meinem zweiten Blog, akteq.com, dreht sich alles um wahre, ungelöste Kriminalgeschichten. Unter dem Motto „akteQ: Cold Case Stories“ enthülle ich die unheimlichen und oft tragischen Geschichten hinter ungelösten Fällen. Gemeinsam können wir die Rätsel der Vergangenheit erforschen und tief in die menschliche Psyche eintauchen. Was geschah wirklich? Wer waren die Menschen hinter diesen mysteriösen Ereignissen? In diesem Blog lade ich euch ein, Fragen zu stellen und die Antworten zu finden, die oft im Dunkeln liegen. Ein weiteres spannendes Kapitel meiner Bloggerlaufbahn findet ihr auf thecastles.org. Hier beginne ich eine zauberhafte Reise durch die Geschichte der Burgen und Schlösser. Haltet inne, während ihr die Geschichten entdeckt, die in den Mauern dieser alten Gemäuer verborgen sind. „Explore the enchantment, discover the history – your journey begins at thecastles.org!“ Diese Worte sind mehr als nur ein Slogan; sie sind eine Einladung an alle, die Geschichte und Magie miteinander verbinden möchten. Lasst euch von den beeindruckenden Erzählungen und der Faszination vergangener Epochen inspirieren! Aber das ist noch lange nicht alles! Auf kripo.org erwartet euch ein umfassendes Onlinemagazin für echte Kriminalfälle. Taucht ein in die Welt des Verbrechens, erfahrt von den realen Geschichten hinter den Schlagzeilen und den Menschen, die sich mit der Aufklärung beschäftigen. Mit criminal.energy entführe ich euch in die packenden Erzählungen wahrer Verbrechen, in denen Bösewichte gejagt, gefasst und verurteilt werden. Die Suche nach Gerechtigkeit und die Konfrontation mit dem Unbekannten stehen im Mittelpunkt. Und für all jene, die die Welt bereisen wollen, bietet wanderlust.plus die Möglichkeit, die Welt, ein Abenteuer nach dem anderen, zu erkunden. Hier geht es um die Liebe zur Erkundung und die Freude, neue Kulturen und Landschaften zu entdecken. Lasst uns gemeinsam die Geschichten entdecken, die die Welt um uns herum prägen. Ich freue mich darauf, euch auf dieser aufregenden Reise zu begleiten und hoffe, dass ihr viele unvergessliche Momente mit mir teilen werdet!
